Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

Datenschutzbehörde Österreich: Bank darf nicht alle Kunden-Anrufe dauerhaft speichern

In ihrem aktuellen Newsletter weist die Datenschutzbehörde Österreich auf einen Fall hin, bei dem es um die Frage ging, ob eine Bank sämtliche Anrufe eines Kunden dauerhaft speichern darf (Az.: 2020-0.591.897 (D124.422)).

Der anrufende Kunde sah sich in seinen Rechten verletzt, weil die Hotline der Bank sämtliche Gespräche aufzeichnete und dauerhaft aufbewahrte. Das Finanzinstitut hingegen berief sich auf seine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten.

Die Österreichische Datenschutzbehörde entschied, dass es zu differenzieren gelte, um welche Art von Anrufen es sich handelt:

"Die DSB hat der Beschwerde Folge gegeben.

Aus dem ZaDiG 2018 könne keine Aufzeichnungspflicht abgeleitet werden, die über die Authentifizierung von Telefonbankingaufträgen hinausreiche. WAG 2018 und MIFID II würden eine Aufzeichnungspflicht für Telefonate „in Bezug auf Kundenaufträge“ ausdrücklich vorsehen.

Beide Tatbestände trafen auf den Anruf des Beschwerdeführers jedoch nicht zu.

Die Bank hätte daher ihre Organisation so einrichten müssen, dass Telefongespräche, die unter eine Aufzeichnungspflicht fallen, von anderen Kundengesprächen getrennt geführt werden. Dies auch deshalb, weil die Aufzeichnung ohnehin nicht lückenlos jedes Kundentelefonat umfasste.

Die Datenverarbeitung war daher überschießend (Verstoß gegen den Grundsatz der Datenminimierung).

Der Bescheid ist beim BVwG angefochten worden und daher nicht rechtskräftig."

Rechts-News durch­suchen

21. April 2026
Bei E-Mails mit normalen personenbezogenen Daten reicht eine Transportverschlüsselung aus, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nicht nötig.
ganzen Text lesen
16. April 2026
Ein Dritter kann eine DSGVO-Auskunft nur bei klarer Abtretung verlangen, wobei die Möglichkeit der Abtretung ungeklärt bleibt. Der Anspruch geht nicht…
ganzen Text lesen
02. April 2026
Geschäftsführer dürfen private Adresse und Unterschrift aus dem Handelsregister löschen lassen, wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.
ganzen Text lesen
26. März 2026
Der Betroffene erhält von seiner Krankenkasse keine Auskunft über einen Hinweisgeber, da Sozialdatenschutz und Anonymität überwiegen.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen