Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

OLG Karlsruhe: Verbreitung von Kinderbildern zum Thema "Jugendamt-Opfer" nicht unbedingt strafbar

Die Online-Verbreitung von Kinderbildern eines nahen Angehörigen ist nicht automatisch und zwingend eine strafbare Handlung. Zulässig kann eine solche Handlung insbesondere dann sein, wenn der abgelichtete Jugendliche eine relative Person der Zeitgeschichte ist <link http: www.online-und-recht.de urteile online-veroeffentlichung-von-kinderbildern-nicht-zwingend-strafbar-1-7-ss-371-10-ak-99-10-oberlandesgericht-karlsruhe-20110202.html _blank external-link-new-window>(OLG Karlsruhe, Beschl. v. 02.02.2011 - Az.: <link http: www.online-und-recht.de urteile online-veroeffentlichung-von-kinderbildern-nicht-zwingend-strafbar-1-7-ss-371-10-ak-99-10-oberlandesgericht-karlsruhe-20110202.html _blank external-link-new-window>1 (7) Ss 371/10-AK 99/10).

Der Angeklagte war erstinstanzlich strafrechtlich verurteilt worden, weil er das Bild seines Enkels ohne Erlaubnis online verbreitet hatte. Der Enkel stand unter der Betreuung des zuständigen Jugendamtes, das eine Veröffentlichung abgelehnt hatte. Der Angeklagte hatte die Fotos des Jugendlichen auf seiner Webseite zum Thema "Jugendamt-Opfer" publiziert und wollte damit das unangemessene Verhalten der staatlichen Stellen kritisieren.

Die Richter des OLG Karlsruhe hoben die Verurteilung auf und wiesen das Verfahren an die erste Instanz zu einer Neubewertung zurück.

Die erste Instanz habe nicht ausreichend berücksichtigt, dass es sich bei dem Enkel möglicherweise um eine relative Person der Zeitgeschichte handeln könnte. Dann wäre eine Veröffentlichung auch ohne Einwilligung des Jugendamtes erlaubt.

Es dürfe nicht ausschließlich auf das Fehlen der Zustimmung abgestellt werden. Es sei zwar richtig, dass ein Foto grundsätzlich nur mit Einverständnis des Betroffenen erlaubt sei. Hiervon gebe es jedoch bestimmte Ausnahmen. Hier sei denkbar, dass durch die vom Angeklagte angesprochene Problematik mit dem Jugendamt das Kind eine relative Person der Zeitgeschichte sei. Dann wäre das Handeln des Onkels nicht strafbar.

Rechts-News durch­suchen

22. April 2026
Ein Medienunternehmen verletzte das Persönlichkeitsrecht eines Angeklagten, wenn trotz gerichtlicher Anordnung sein Gesicht und seinen Namen zeigt.
ganzen Text lesen
21. April 2026
Bei E-Mails mit normalen personenbezogenen Daten reicht eine Transportverschlüsselung aus, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nicht nötig.
ganzen Text lesen
16. April 2026
Ein Dritter kann eine DSGVO-Auskunft nur bei klarer Abtretung verlangen, wobei die Möglichkeit der Abtretung ungeklärt bleibt. Der Anspruch geht nicht…
ganzen Text lesen
02. April 2026
Geschäftsführer dürfen private Adresse und Unterschrift aus dem Handelsregister löschen lassen, wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen