LG Hamburg: Berichterstattung über Ehebruch eines Promi-Torwarts muss Ehefrau nicht dulden

30.11.2009

Auch die Ehefrau eines prominenten Torwarts muss einen Pressebericht über den Seitensprung ihres Mannes und wie sie damit fertig wird, nicht dulden, so das LG Hamburg (Urt. v. 14.07.2009 - Az.: 324 O 230/09).

Die Klägerin war die damalige Ehefrau eines in Deutschland bekannten Torwarts der deutschen Nationalmannschaft und eines Bundesligavereins. In einem Presseartikel der beklagten Zeitung wurde darüber spekuliert wie die Klägerin mit dem Ehebruch ihres damaligen Mannes zurecht gekommen sei und wie sich dabei gefühlt habe.

Die Hamburger Richter stuften dies als Verletzung der Privatsphäre der Klägerin ein.

Zwar sei der damalige Ehemann einer der bekanntesten deutschen Sportler, jedoch bestehe an Spekulationen und Mutmaßungen über die Gefühlslage der Klägerin kein überwiegendes öffentliches Interesse.

Daran ändere auch nichts, dass die Klägerin von sich über die Trennung in der Öffentlichkeit berichtet habe. Denn dies rechtfertige nur eine Berichterstattung über den Umstand an sich, jedoch keinesfalls eine Reportage über alle Einzelheiten, insbesondere nicht über das emotionale Innenleben der Klägerin.