Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

OLG Hamburg: Fotograf haftet nicht für rechtswidrige Zeitschriften-Artikel

Ein Fotograf, der lediglich die Bilder zu einem Zeitschriften-Artikel auf Anweisung beisteuert, ohne dass er auf die Art und Weise, wie das Bild verwendet wird, einen Einfluss hat, haftet nicht für eine rechtswidrigen Zeitschriften-Veröffentlichung (OLG Hamburg, Urt. v. 13.03.2018 - Az.: 7 U 57/13).

Es um die Haftung eines Fotografen, den die Kläger auf Unterlassung in Anspruch nahmen. Sie waren der Ansicht, dass er für die Rechtsverletzung, die durch den Zeitschriften-Artikel geschehen war, mit verantwortlich sei.

Dieser Argumentation folgte das OLG Hamburg nicht und lehnte den Anspruch ab.

Grundsätzlich sei ein Unterlassungsbegehren verschuldenslos, so dass es eines persönlichen Fehlverhaltens nicht bedürfe, so die Richter. Jedoch sei eine einschränkende Beurteilung notwendig, da andernfalls eine uferlose Haftung eintrete.

Insbesondere im Bereich des Pressewesens sei es nicht hinnehmbar, wenn jede Person, die an der Erstellung oder Verbreitung eines Presserzeugnisses beteiligt sei, , hinsichtlich der in dem Presseerzeugnis vorkommenden Rechtsverletzung selbst Unterlassung schulden würde. Denn eine so weitgehende Haftung hätte auf die Presse einen negativen Einfluss, der mit der grundsätzlichen Garantie der Pressefreiheit aus dem Grundgesetz nicht vereinbar sei.

Im vorliegenden Fall habe der Fotograf lediglich den Auftrag erhalten, ein bestimmtes Gebäude abzulichten,ohne dass er näher an der Erstellung des Artikels beteiligt gewesen sei. Mit der Weiterleitung der Fotografien an die Redaktion sei die Mitwirkung des Beklagten beendet.

Er habe keinen Einfluss darauf gehabt, welche der Fotografien für die Veröffentlichung ausgewählt oder in welchem Zusammenhang und in welcher Weise die Bilder in dem zu erstellenden Zeitungsartikel verwendet worden seien. Durch eine derartige Handlung könne keine Verantwortlichkeit begründet werden, so das OLG Hamburg.

Rechts-News durch­suchen

22. April 2026
Ein Medienunternehmen verletzte das Persönlichkeitsrecht eines Angeklagten, wenn trotz gerichtlicher Anordnung sein Gesicht und seinen Namen zeigt.
ganzen Text lesen
21. April 2026
Bei E-Mails mit normalen personenbezogenen Daten reicht eine Transportverschlüsselung aus, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nicht nötig.
ganzen Text lesen
16. April 2026
Ein Dritter kann eine DSGVO-Auskunft nur bei klarer Abtretung verlangen, wobei die Möglichkeit der Abtretung ungeklärt bleibt. Der Anspruch geht nicht…
ganzen Text lesen
02. April 2026
Geschäftsführer dürfen private Adresse und Unterschrift aus dem Handelsregister löschen lassen, wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen