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DFB: Demnächst eigene Sportwetten

Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) hat letzte Woche eine grundlegende Entscheidung auf seinem Außerordentlichen Bundestag getroffen: Ab der Saison 2006/2007 will der DFB selber Sportwetten anbieten und dies nicht mehr Drittanbietern überlassen. Als offizieller Grund werden insbesondere die Lehren aus dem Hoyzer-Betrugsfall angegeben. Tatsächlich dürften aber auch die finanziellen Mehreinnahmen einen wesentlichen Grund darstellen, die man im Rahmen einer eigenen Sportwette erzielen würde.

Rechtlich gesehen ist der DFB eine Privatperson wie jeder andere auch, ohne besondere wettrechtliche Privilegien. Insofern reiht er sich mit seiner aktuellen Entscheidung in die lange Reihe privater Sportwetten-Anbieter ein. Diese kämpfen seit Jahren vehement für eine Liberalisierung des deutschen Glücksspielmarktes und für eine Beseitigung des staatlichen Monopols. Auf Seiten der privaten Anbieter wird dabei vor allem viel Hoffnung in die für etwa August 2005 zu erwartende Entscheidung des Bundesverfassungsgericht gesteckt: Die Richter haben über das deutsche Buchmacher-System zu entscheiden. Dabei werden auch Ausführungen zum staatlichen Glücksspiel-Monopol erwartet.

Demnach ist die Idee des DFB, eigene Sportwetten anzubieten, bislang nur eine Entscheidung auf dem Papier. Noch ist unklar wie dies in der Praxis geschehen soll und vor allem wie dies rechtlich unproblematisch durchsetzbar sein soll.

Die Deutsche Klassenlotterie hat schon mit harrscher Kritik in einer Stellungnahme reagiert. Hans-Jürgen Reißiger, Vorstand Deutsche Klassenlotterie Berlin, listet dabei 13 Punkte auf, die nach seiner Meinung gegen die Einführung einer eigenen DFB-Wette sprechen.

Und auch von Seiten der privaten Wettvermittler sind negative Äußerungen zu vernehmen. Detlef Train, Chef des österreichischen Buchmachers Intertops, meint, eine verbandseigene Wette sei „weltweit einzigartig“ und könne daher nicht neutral sein. Der Interessenskonflikt sei in einem solche Falle einfach zu groß.

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