Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

BGH: Irreführendes Angebotsschreiben für Internet-Branchenbuch

Ein formularmäßig aufgemachtes Angebotsschreiben für einen Eintrag in ein Branchenverzeichnis verstößt gegen Wettbewerbsrecht, wenn dem flüchtigen Leser suggeriert wird, die Unterzeichnung und Rücksendung dieses Angebotsschreibens stelle lediglich eine Aktualisierung von Eintragungsdaten im Rahmen einer bereits bestehenden Geschäftsbeziehung dar <link http: www.online-und-recht.de urteile formularmaessiges-angebotsschreiben-fuer-internet-branchenbucheintrag-wettbewerbswidrig-i-zr-157-10-bundesgerichtshof--20110630.html _blank external-link-new-window>(BGH, Urt. v. 30.06.2011 - Az.: I ZR 157/10).

Die Beklagte stellte im Internet Branchenverzeichnisse für eine Vielzahl von Städten zur Verfügung. Sie versandte ein formularmäßig aufgemachtes Angebotsschreiben an Gewerbetreibende, welches bei flüchtiger Betrachtung den Eindruck vermittelte, lediglich einen bei der Beklagten bestehenden Brancheneintrag im Hinblick auf die Daten zu aktualisieren. Die Mitbewerberin, die die "Gelbe Seiten" herausgab, ging wettbewerbsrechtlich dagegen vor.

Der BGH bejahte einen Wettbewerbsverstoß.

Das äußere Erscheinungsbild des Angebotsschreibens verschleiere den Werbecharakter. Es werde der unzutreffende Eindruck vermittelt, dass die beworbene Ware oder Dienstleistung bereits bestellt sei.
 
Die graphische Gestaltung sowie die Zwischenüberschrift "Bitte die Adressdaten überprüfen und auf Wunsch vervollständigen" lasse die für eine Werbung typische Anpreisung der beworbenen Ware oder Dienstleistung vermissen.

Aus der Sicht eines durchschnittlich informierten und verständigen Marktteilnehmers sei das Angebotsschreiben nicht als Werbung erkennbar, vielmehr werde der Eindruck bestätigt, es bestehe bereits ein Vertragsverhältnis mit der Beklagten.  

Rechts-News durch­suchen

26. August 2026
Eine Krankenkasse darf Mitglieder, die kündigen möchten, nicht mit unzulässigen Geldversprechen vom Wechsel abhalten.
ganzen Text lesen
25. August 2026
Wer in den Schaufenstern seines Kiosks für Tabak- und E-Zigaretten wirbt, muss mit einem Werbeverbot rechnen. Denn ein Kiosk gilt im Zweifel nicht als…
ganzen Text lesen
24. August 2026
Eine Versandapotheke darf nicht mit "bis zu 20 EUR Zuzahlungen sparen" werben, wenn die meisten Rabatte nur 2,50 EUR betragen.
ganzen Text lesen
18. August 2026
Unternehmen, die Werbe-Mails versenden, müssen im Streitfall die wirksame Einwilligung der Empfänger lückenlos nachweisen können. Andernfalls bleibt…
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen