Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Presserecht

LG Hamburg: Pressebericht über "Sex-Schwein" mit Nacktfotos kann Schadensersatz auslösen

Die Presseberichterstattung über eine Person, welcher der Vorwurf sexuellen Missbrauchs von Kindern gemacht wird, ist rechtswidrig, wenn Nacktfotos dieser Person veröffentlicht werden und sich in dem Zeitungsartikel Formulierungen wie "Sex-Schwein" und "Sex-Monster" wiederfinden <link http: www.online-und-recht.de urteile zeitungsbericht-mit-ueberschrift-sex-monster-und-abdruck-von-nacktbild-unzulaessig-324-o-733-09-landgericht-hamburg-20090528.html _blank external-link-new-window>(LG Hamburg, Urt. v. 28.05.2009 - Az.: 324 O 733/09).

Die beklagte Zeitung veröffentlichte Nacktfotos des Klägers, welche in Thailand aufgenommen wurden und den Kläger im Bett mit zwei Jungen zeigte. Gegen den Kläger wurde bereits wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Im Rahmen dieser Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Jungen möglicherweise doch nicht minderjährig waren. Daher wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.

In dem Zeitungsartikel wurden auch Formulierungen wie "Sex-Schwein" und "Sex-Monster" verwendet.

Die Hamburger Richter stuften den Bericht als rechtswidrig ein.

Die Bildveröffentlichung, die den Kläger vollständig entkleidet auf dem Bett zeige, verletze das Recht des Klägers am eigenen Bild. Es bestehe im Rahmen einer Gesamtgüterabwägung kein öffentliches Interesse, nackt abgebildet zu werden. Schließlich handle es sich bei der in Rede stehenden Veröffentlichung um die umfassend geschützte Intimsphäre des Klägers.

Auch die Worte wie "Sex-Schwein" und "Sex-Monster" seien unsachlich und ungerechtfertigt und verletzten die Rechte des Klägers.

Rechts-News durch­suchen

24. April 2026
Der Rundfunkbeitrag bleibt verfassungsgemäß, weil das öffentlich-rechtliche Programm insgesamt vielfältig und ausgewogen genug ist.
ganzen Text lesen
24. April 2026
Die Witwe Helmut Kohls erhält teils Unterlassung gegen Buchpassagen, aber keine Auskunft oder Gewinnabschöpfung.
ganzen Text lesen
22. April 2026
Ein Medienunternehmen verletzte das Persönlichkeitsrecht eines Angeklagten, wenn trotz gerichtlicher Anordnung sein Gesicht und seinen Namen zeigt.
ganzen Text lesen
25. Februar 2026
Der unter anderem für das allgemeine Persönlichkeitsrecht zuständige VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass einem ausländischen…
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen