Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

KG Berlin: Vermummungsverbot bei Demo trotz Angst vor Internet-Bildveröffentlichung

Das KG Berlin <link http: www.online-und-recht.de urteile vermummung-bei-demo-zur-verhinderung-von-fotoveroeffentlichung-im-internet-strafbar-1-ss-486-07-kammergericht-berlin-20081007.html _blank external-link-new-window>(Urt. v. 07.10.2008 - Az.: 1 Ss 486/07) hat entschieden, dass die Vermummung einer Demonstrantin auf einer Demo auch dann strafbar ist, wenn sie dadurch lediglich  verhindern will, dass diffamierende Fotos von ihr ins Internet gestellt werden.

Eine links-gerichtete Demonstrantin hatte sich ihren Schal vors Gesicht gehalten, damit vorbeiziehende Rechtsradikale sie nicht fotografieren und ihr Bild mit beleidigenden und ehrverletzenden Anmerkungen ins Internet stellen konnten.

Vor kurzem erst hatte das LG Hannover <link http: www.online-und-recht.de urteile vermummung-bei-demo-zur-verhinderung-von-bildveroeffentlichungen-im-internet-nicht-strafbar-landgericht-hannover-20090120.html _blank>(Urt. v. 20.01.2009 - Az.: 62 c 69/08) eine Person in einem identischen Fall freigesprochen und darauf abgestellt, dass die Teilnehmer einer Demonstration sich nicht dem politischen Gegner und dessen Repressalien ausliefern müssten. Eine Vermummung aus diesem Grunde sei daher erlaubt. Andernfalls bestünde  die erhebliche Gefahr, dass politische Demonstrationen auf Dauer vom Gegner unterlaufen werden könnten.

Die Berliner Richter teilen diese Ansicht sind. Vielmehr stellen sie auf den klaren Wortlaut der Regelungen aus dem Versammlungsgesetz ab. Danach sei es unerheblich, aus welchen Motiven heraus sich jemand vermumme. Der Gesetzgeber habe objektiv die Vermummung unter Strafe stellen wollen. Die Motive der Legislative und die konkreten Normen ließen nicht erkennen, dass es hiervon Ausnahmen geben solle.

Auch hätte die Angeklagte ihre Rechte in anderer Form schützen können, so die Juristen. So sei es ausreichend gewesen, die Hände vor das Gesicht zu halten oder dem Demonstrationszug kurzzeitig den Rücken zuzukehren.

 

Rechts-News durch­suchen

28. Juli 2026
Wenn App-Anbieter Rabatte gegen die Weitergabe von Daten anbieten, müssen sie dafür keinen Gesamtpreis ausweisen.
ganzen Text lesen
27. Juli 2026
VG Berlin: Wer Kundendaten ohne hinreichend bestimmte Einwilligung an Dritte weitergibt, muss mit einer Verwarnung der Datenschutzbehörde rechnen.
ganzen Text lesen
22. Juli 2026
Wer durch eine versehentliche Datenweitergabe seiner Bank einen echten Nachteil erleidet, hat Anspruch auf immateriellen Schadensersatz nach der…
ganzen Text lesen
21. Juli 2026
Eine Ärztin teilte die Diagnosen ihres Kollegen in einer WhatsApp-Gruppe und muss ihm nun 1.000,- EUR DSGVO-Schadensersatz zahlen.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen