LG Hannover: TUI-Werbung mittels eines Preisindikators unzulässig

08.05.2019

Die Werbung von TUI  für Reisen lediglich mittels eines Preisindikators ist nicht ausreichend, um dem Verbraucher eine informierte Entscheidung zu ermöglichen. Eine solche Bewerbung ist daher wettbewerbswidrig (LG Hannover, Urt. v. 19.07.2018 - Az.: 74 O 10/18).

TUI  bewarb in seinem Katalog Reisen nach Spanien und Portugal. In der rechten unteren Ecke eines jeden Reiseangebots war lediglich ein Preisindikator angegeben mit einer bestimmten Preisspanne. Darunter stand: 

"Preisrechner und individuelles Angebot direkt vom Reisebüro auf www.tui-katalog.com

Das LG Hannover stufte diese Ausgestaltung als wettbewerbswidrig ein.

Der Verbraucher müsse bereits durch den Katalog alle Informationen erhalten, um eine informierte Entscheidung treffen zu können. Dazu gehöre selbstverständlich auch sämtliche Fakten, die zur Bestimmung des Preises gehörten. 

Dies geschehe im vorliegenden Fall nicht. Es würde zwar durch den Preisindikator eine Preisspanne angegeben. Jedoch sei für den Verbraucher vollkommen unklar, ob es sich dabei um einen Mindestpreis, einen Durchschnittspreis oder einen mit Rabatten für bestimmte Buchungszeiträume versehenen Preis handle. 

Der Verweis auf die Möglichkeit der Online-Berechnung reiche nicht aus. Denn durch das Öffnen und Lesen des TUI-Katalogs werde der Verbraucher gerade angelockt und treffe die geschäftliche Entscheidung, sich mit dem Angebot näher zu beschäftigten.

Dies gelte insbesondere für die vorliegende Konstellation: Da sich der Katalog gerade an Verbraucher wende, die nicht internetaffin seien, entschieden diese gerade auf der Grundlage von Vorinformationen durch Printmedien darüber, ob bzw. bei welchem Veranstalter sie Reisen buchen wollten.