OLG Hamm: Unzulässige Werbung mit medizinischen Fachausdrücken "Sprechstunde", "Diagnose" oder "Anamnese"

28.09.2020

Ein Friseur darf nicht mit medizinischen Fachausdrücken wie "Sprechstunde", "Diagnose" oder "Anamnese"  werben, da er hierdurch den Eindruck erweckt, er biete noch andere Leistungen als ein Coiffeur an (OLG Hamm, Beschl. v. 05.05.2020 - Az.: I-4 U 13/20).

Der verklagte Friseur warb für seine Dienstleistungen mit Begriffen wie

"Sprechstunde", "Diagnose" oder "Anamnese".

Dies stufe das OLG Hamm als irreführend ein.

Durch die Vielzahl der verwendeten medizinischen Begriffe müsse der durchschnittliche Verbraucher die Werbung so verstehen, dass der Beklagte Leistungen anbiete, die weit über das Angebot eines normalen Friseurs hinausgingen und in den Bereich einer medizinischen Beratung (z.B. eines Hausarztes) zugeordnet werden könnten.

Es werde der Eindruck erweckt, dass hier auch teilweise ärztliche Angebote erbracht würden.

Da der Beklagte über keine entsprechende Zulassung verfüge, sei die Werbung wettbewerbswidrig.