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Interview mit Sony-Chef

Die Musikindustrie hatte vor kurzem angekündigt, nunmehr in großem Stil gegen die illegalen Internet-Tauschbörsen vorzugehen (vgl. die Kanzlei-Info v. 26.06.2003). Siehe dazu auch das Interview mit dem Justiziar der RIAA (Recording Industry Association of America), Mitch Glazier (vgl. Kanzlei-Info v. 17.07.2003).

Nun hat sich auch ein führender deutscher Vertreter, der Geschäftsführer der Sony Music Deutschland, Balthasar Schramm, über Musiktauschbörsen und über die Möglichkeit einer gemeinsamen Online-Plattform der deutschen Musikindustrie geäußert. Das online nachzulesende Interview ist in mehrfacher Hinsicht interessant.

So gibt Schramm z.B. offen zu:

"Wir werden jetzt erheblich aggressiver gegen Musikpiraterie vorgehen. Das konnten wir nicht guten Gewissens machen, solange wir keine legale Alternative angeboten haben. Sie können die Leute nicht einfach kriminalisieren, ohne ihnen zu zeigen, wie es auch anders geht."

Hierbei handelt es sich anscheinend um eine neue Einsicht, denn bislang schien sich die Musikindustrie weitgehend auf die verbale Pönalisierung der Tauschbörsen zu konzentrieren (vgl. die Kanzlei-Info v. 06.04.2003) anstatt interessante, legale Downloadmöglichkeiten anzubieten und so die Mehrheit der Bevölkerung aus der Illegalität zu bewegen.

Der Sony-Chef erklärt auch, dass ab sofort "aggressiver gegen Musikpiraten" vorgegangen werden würde.

"Wir werden Auskunftsersuchen bei Internetprovidern zu verdächtigen IP-Adressen stellen, um Anbieter und Konsumenten von illegaler Musik aufzuspüren und dann die Staatsanwaltschaften einschalten."

Ob es sich hierbei nur um das übliche Säbelrasseln handelt oder ob wirklich Substanz hinter diesen Ankündigungen steckt, wird die nähere Zukunft zeigen.

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