Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

LG Köln: Zulässige Online-Veröffentlichung von Schuldnerdaten und Vollstreckungstiteln

Titulierte Forderungen und die Daten der dazugehörigen Schuldner dürfen im Internet auf einer Handelsplattform für Vollstreckungstitel veröffentlicht werden, so das LG Köln <link http: www.datenschutz.eu urteile titulierte-forderungen-und-schuldnerdaten-duerfen-im-internet-veroeffentlicht-werden-28-o-612-09-landgericht-koeln-20100317.html _blank external-link-new-window>(Urt. v. 17.03.2010 - Az.: 28 O 612/09).

Die Beklagte betrieb eine Internet-Plattform, auf der Vollstreckungstitel zum Verkauf angeboten wurden. Dabei war auch der Vor- und Nachname des jeweiligen Schuldners abrufbar.

Der Kläger, ein betroffener Schuldner, sah hierin eine Verletzung seines Allgemeinen Persönlichkeitsrechts und einen Verstoß gegen geltendes Datenschutzrecht.

Die Kölner Richter folgten dieser Ansicht nicht und wiesen die Klage ab.

Durch das Anbieten der Vollstreckungstitel sei lediglich die Sozialsphäre des Schuldners berührt, so dass öffentliche Interesse an einer Veröffentlichung überwiege.

Zudem würden nur rechtskräftige Forderungen gehandelt, keine noch nicht abgeschlossene Angelegenheiten.

Der Gläubiger habe ein schutzwürdiges Interesse an der Realisierung der Forderung, so dass ihm dieser Weg über das Internet nicht versperrt werden dürfe. Auch würde ein Verbot zur sofortigen Einstellung der Handelsplattform führen.

Bei einer entsprechenden Interessenabwägung müssten daher die Rechtsgüter des Schuldners in den Hintergrund treten.

Hinweis von RA Dr. Bahr:
Das LG Köln konkretisiert damit die in dem zeitlich vorhergehenden Verfügungsverfahren <link http: www.datenschutz.eu urteile datenbank-mit-schuldnertiteln-grundsaetzlich-zulaessig-28-o-116-09-landgericht-koeln-20090624.html _blank external-link-new-window>(LG Köln, Urteil v. 24.06.2009 - Az.: 28 O 116/09) aufgestellten Anforderungen und lässt die Veröffentlichung von Schuldnertiteln überraschenderweise auch dann zu, wenn der Vor- und Nachname des Schuldners genannt wird.


Rechts-News durch­suchen

22. Juli 2026
Wer durch eine versehentliche Datenweitergabe seiner Bank einen echten Nachteil erleidet, hat Anspruch auf immateriellen Schadensersatz nach der…
ganzen Text lesen
21. Juli 2026
Eine Ärztin teilte die Diagnosen ihres Kollegen in einer WhatsApp-Gruppe und muss ihm nun 1.000,- EUR DSGVO-Schadensersatz zahlen.
ganzen Text lesen
17. Juli 2026
Dopingsperren dürfen online veröffentlicht werden, wenn vorher eine individuelle Interessenabwägung stattfindet.
ganzen Text lesen
16. Juli 2026
Wer als Behörde Journalisten Daten übermittelt, muss dokumentieren, wer diese Daten erhalten hat. Andernfalls droht eine datenschutzrechtliche…
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen