VG Düsseldorf: Behörde muss bei Online-Bewerbungen Eingangsbestätigung schicken

06.10.2014

Schreibt eine Behörde eine Stelle mit Hilfe eines Online-Bewerbungsverfahrens aus, so ist das Amt verpflichtet, jedem Bewerber eine Eingangsbestätigung zukommen lassen (VG Düsseldorf, Beschl. v. 27.08.2014 - Az.: 3 L 1816/14).

Im vorliegenden Verfahren schrieb die verklagte Behörde für Stellen für Schornsteiner aus. Es ging um 267 Kehrbezirke in insgesamt 15 Regionen. Der Beklagte bewarb sich online, gab jedoch irrtümlich falsche Bezirke an. Diesen Fehler entdeckte der Kläger erst nach Ablauf der Bewerbungsfrist.

Der Kläger begehrte nun die Berücksichtigung seiner Bewerbung für den richtigen Bezirk, da die Behörde fehlerhaft gehandelt habe.

Das VG Düsseldorf gab dem Kläger Recht. Es liegt ein Ermessensfehler vor, denn das Amt habe keine Eingangsbestätigung geschickt. Eine solche Eingangsbestätigung sei aus mehreren Gründen verpflichtend gewesen.

Erstens sei eine solche Bestätigung bei Online-Geschäften inzwischen üblich. Zweitens sei eine Bestätigung bereits aufgrund der erheblichen Auswirkungen auf die berufliche Existenz des jeweiligen Bewerbers notwendig, wenn dieser sich falsch oder fehlerhaft bewerbe. Und drittens werde das hier in Rede stehende Online-Bewerbungsverfahren zum ersten Mal in dieser Form durchgeführt.