Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

LG Berlin: Homepage von Rechtsanwälten darf fremde Schriftsätze enthalten

Eine Rechtsanwaltskanzlei darf auf ihre Homepage die Schriftsätze der gegnerischen Anwälte stellen, die im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren stehen, wenn dadurch keine Betriebsinterna oder -geheimnisse veröffentlicht werden, so das LG Berlin <link http: www.online-und-recht.de urteile kanzlei-darf-fremde-schriftsaetze-auf-eigene-homepage-stellen-27-o-530-09-landgericht-berlin-20090917.html _blank external-link-new-window>(Urt. v. 17.09.2009 - Az.: 27 O 530/09).

Die Klägerin betrieb eine Gießerei. Der Betrieb der Gießerei war Gegenstand mehrere immissionsschutzrechtlicher Prozesse.

Die Beklagte war eine Kanzlei, die die Öffentlichkeit über den Stand der Verfahren auf ihrer Webseite unterrichtete. Im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren gegen die Klägerin stellte die Beklagte einen Schriftsatz auf ihre Homepage.

Die Klägerin sah darin einen Rechtsverstoß, weil darin Geschäftsinterna enthalten seien, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Nach einem Zeitraum von 3 Monaten ging sie gegen die Veröffentlichung gerichtlich vor.

Die Berliner Richter lehnten die Klage ab.

Die Klägerin habe lediglich behauptet, dass es sich um wichtige Geschäftsunterlagen gehandelt habe. Beweise für die Behauptung habe sie jedoch nicht vorgelegt.

Insbesondere spreche gegen die Bedeutsamkeit der Unterlagen, dass die Klägerin mehrere Monate zugewartet habe, bevor sie den Gerichtsweg beschritt. Als so bedeutsam könnten die Betriebsinterna nicht eingestuft werden, wenn die Klägerin solange gerichtlich nicht tätig geworden sei.

Die Frage, ob fremde Schreiben veröffentlicht werden, ist seit jeher Gegenstand zahlreicher kontroverser Entscheidungen. Vgl. dazu unseren Vodcast <link http: www.law-vodcast.de durfen-abmahnschreiben-im-internet-veroffentlicht-werden _blank>"Dürfen Abmahnschreiben im Internet veröffentlicht werden?".

Rechts-News durch­suchen

25. August 2026
Wer in den Schaufenstern seines Kiosks für Tabak- und E-Zigaretten wirbt, muss mit einem Werbeverbot rechnen. Denn ein Kiosk gilt im Zweifel nicht als…
ganzen Text lesen
24. August 2026
Eine Versandapotheke darf nicht mit "bis zu 20 EUR Zuzahlungen sparen" werben, wenn die meisten Rabatte nur 2,50 EUR betragen.
ganzen Text lesen
18. August 2026
Unternehmen, die Werbe-Mails versenden, müssen im Streitfall die wirksame Einwilligung der Empfänger lückenlos nachweisen können. Andernfalls bleibt…
ganzen Text lesen
17. August 2026
Wenn ein kostenloser Shuttle beworben wird, muss nicht ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass für Weiterfahrten der volle Fahrpreis gilt, sofern…
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen