LG Köln: Foto von wartendem Paparazzi darf abgedruckt werden

29.11.2011

Lauert ein Paparazzi einem bekannten Wettermoderator vor dessen Haus auf, wartet in einem parkenden Auto auf ihn und observiert diesen tagelang, so ist es nicht rechtswidrig, wenn der Prominente den Paparazzi fotografiert und dieses Bild veröffentlicht (LG Köln, Urt. v. 09.11.2011 - Az.: 28 O 225/11).

Bei dem Kläger handelte es sich um einen bekannten Wettermoderator, gegen den in der Vergangenheit ein Verfahren wegen schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung geführt worden war. Er wurde hiervon später freigesprochen.

In diesem Zusammenhang wurde ein Foto, das der Beklagte gefertigt hatte, in den Medien veröffentlicht. Es zeigte den Moderator beim Hofgang. Der Kläger sah hierin eine Verletzung seines Allgemeinen Persönlichkeitsrechts.

Der Kläger stellte später fest, dass der Paparazzi den Moderator tagelang observierte. Dieser hatte hierzu in einem Auto vor dessen Haus geparkt, Zeitung gelesen und darauf gewartet, dass der Moderator das Haus verlasse. Zudem hatte er Nachbarn befragt und das Grundstück des Klägers betreten. Daraufhin fotografierte der Kläger seinerseits den Beklagten und veröffentlichte dieses Bild u.a. über seinen Twitter-Account. Dies hielt der Beklagte wiederum für rechtsverletzend und erhob Widerklage.

Das Gericht gab dem Kläger Recht und wies zudem die Widerklage ab.

Es führte in seiner Begründung aus, dass das Foto, welches den Kläger bei seinem Hofgang zeige, rechtsverletzend und der Abdruck insoweit rechtswidrig gewesen sei. Es zeige den privaten Haftalltag, an dessen Veröffentlichung kein öffentliches Informationsinteresse bestehe.

Die Widerklage des Beklagten sei unbegründet und damit abzuweisen. Das Foto des Klägers, welches den Paparazzi vor dem Haus des Moderators zeige, stelle ein zeitgeschichtliches Ereignis dar. Es dokumentiere, wie die Medien mit Prominenten umgehen würden.

Auch, wenn der Paparazzi zunächst nichts weiter tue, als Zeitung lesen, so werde die Vorbereitungshandlung für weitere journalistische Maßnahmen deutlich. Der Beklagte werde im Grunde nur bei seiner alltäglichen Arbeit gezeigt, so dass vorliegend lediglich die Sozialsphäre betroffen sei. Werde er bei der Arbeit abgelichtet, so liege keine wesentliche Beeinträchtigung seiner Interessen vor.