Durch Übernahme von mehr als 800 Patenten sowie nicht exklusiver Lizenzen auf die verbleibenden 300 Patente hat der US-Softwarekonzern Microsoft mit einem Geschäftsumfang von 1,056 Milliarden Dollar das angeschlagene Internetunternehmen AOL zu einem Höhenflug verholfen.
AOL war seitens seiner Investoren stark unter Druck geraten, weil die Renditen aufgrund verpasster Geschäfte mit werbefinanzierten Web-Inhalten nicht den Vorstellungen der Anleger entsprachen. Hinzu kam, dass das Unternehmen AOL, das das Geschäftsmodell der kostenpflichtigen Internetzugänge per Einwahl-Modem initialisiert hatte, mit dem Zeitalter der DSL-Verbindung einen erheblichen Kundenrückgang zu verzeichnen hatte.
Microsoft sichert sich mit dem Kauf „langfristige Nutzungsrechte“ an den AOL-Patenten, deren konkreter Inhalt nicht bekanntgegeben wurde. AOL hat sich jedoch von Microsoft Lizenzen an diesen Patenten einräumen lassen, um die darauf basierenden Technologien für seine Fortentwicklung weiter nutzen zu können. Die 300 bei AOL verbleibenden Patente umfassen hauptsächlich die Bereiche Internetsuche und Werbung.
Nach Aussage von AOL-Chef Tim Armstrong sollen vor allem die Aktionäre von den Geldern aus den Patentverkäufen profitieren. Ob dies in Form von Ausschüttungen oder Aktienrückkäufen erfolgen soll, wurde nicht bekannt.