Doorwaypages bei T-Online.de & Co.

13.02.2005

Frage: Was ist eine Doorwaypage? Und: Ist ihr Einsatz legal?

Antwort: Das Suchmaschinen-Wiki definiert eine Doorwaypage als

"eine Seite die ausschliesslich erstellt wurde, um für einen bestimmten Suchbegriff oder eine Suchphrase ein hohes Ranking bei Suchmaschinen zu erreichen, wird als Doorwaypage oder Brückenseite bezeichnet. Typischerweise enthält eine Doorwaypage keine für Besucher nützliche Information, und hat die Aufgabe, diesen auf die eigentliche, weniger optimierte Website weiterzuleiten. Oft werden Doorwaypages in Verbindung mit Spam-Techniken wie automatischer Weiterleitung oder Cloaking eingesetzt."

Die Meinung der meisten Internet-User ist immer noch, dass solche Techniken meistens nur von Hinterzimmer-SEO eingesetzt werden, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen. Weit gefehlt.

So setzt z.B. auch T-Online für sein Shopping-Portal gerne Doorwaypages ein wie eine kleine Suche bei Google zeigt. Der Besuch einer solchen Seite zeigt schnell, dass ASCII-Text-Wüsten zusammengehauen wurden, die ganz sicher nicht für die Augen der potentiellen Käufer gedacht sind.

Ein kurzer Blick in den Quelltext zeigt, dass hier die Software einer bekannten SEO-Firma verwendet wird. Nach 3 Sekunden wird der Nutzer dann auf das Haupt-Shopping-Portal von T-Online weitergeleitet.

Es sei hier angemerkt, dass das T-Online-Beispiel nur eines von vielen ist und hier nur exemplarisch herausgegriffen wurde.

Spätestens an diesem Punkt stellt sich nun die ganz allgemeine Frage, ob der Einsatz von Doorwaypages rechtlich zulässig ist.

Gegen die Verwendung von Doorwaypages ist aus rechtlicher Sicht zunächst nichts einzuwenden. So können sie gerade für Web-Inhalte, die gar nicht oder nur schlecht von Suchmaschinen indiziert werden können (z.B. Flash-Seiten), ein sinnvolles Mittel sein.

Die Praxis zeigt jedoch derzeit ein anderes Bild. Häufig werden Doorwaypages ohne jede Bezug zum tatsächlich angebotenen Web-Inhalt verwendet. Mittels unendlich langer Keyword-Listen, die aktuelle und wichtige Begriffe enthalten, verschafft sich der Betreiber der Webseite eine hohe Suchmaschinen-Positierung. Doorwaypages werden häufig auch mit Cloaking-Seiten zusammen benutzt.

Ein solches Verhalten verstößt gegen die Benutzungsregeln sämtlicher großer Suchmaschinen. Aus diesem Verstoß alleine lassen sich noch keine Rückschlüsse auf die Rechtswidrigkeit bzw. Rechtmäßigkeit ableiten, da relativ offen ist, ob der Webseiten-Betreiber überhaupt verpflichtet ist, sich an diese Regeln zu halten.

Gibt der Betreiber einer Webseite aber mittels Doorwaypages vor, Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen im Internet anzubieten, die es in Wahrheit gar nicht gibt, handelt er irreführend er iSd. § 5 UWG. Denn er täuscht etwas vor, was es gar nicht gibt. Zudem ist ein solches Handeln unlauter iSd. § 3 UWG, da er durch unsachliche Mittel ein höheres Suchmaschinen-Ranking erzielt.

Die Rechtsprechung zu SEO steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen, daher ist nur eine rudimentäre Beurteilung möglich. Bislang liegen nur vereinzelte Urteile vor. So ist die überwiegende Anzahl der Gerichte der Meinung, dass in Meta-Tags keine fremden Markenbegriffe verwendet werden dürfen. Nach Meinung des OLG Hamburg (OLG Hamburg, Urt. v. 06.05.2004 - Az.: 3 U 34/02) ist die Benutzung von weißem Text auf weißem Hintergrund ebenso unzulässig. Siehe dazu insgesamt unsere Rechts-FAQ "Recht der Neuen Medien", Punkt 17 "Meta-Tags / sonstige Beeinflussung von Suchmaschinen".