Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Wettbewerbsrecht

LG Koblenz: Pauschale Videoüberwachungs-Einwilligung im Fitnessstudio-Vertrag unwirksam

Eine pauschale Videoüberwachungs-Einwilligung in einem Fitnessstudio-Vertrag benachteiligt den Kunden unangemessen und ist somit unwirksam <link http: www.vzbv.de cps rde xbcr vzbv fitnessking-lg_koblenz-kameraueberwachung-az-3_0205_13.pdf _blank external-link-new-window>(LG Koblenz, Urt. v. 19.12.2013 - Az.: 3 O 25/13).

Die Beklagte, ein Fitness-Studio-Betreiber, hatte nachfolgende Regelungen in seinen AGB:

"(8.2)
ln den FitnessKing Clubs werden zur Erhöhung der Sicherheit Teilbereiche durch Videokame­ras überwacht. Einzelfallbezogen werden Aufnahmen gespeichert, soweit und solange dies zur
Sicherheit der Mitglieder und zur Aufklärung von Straftaten notwendig ist.

(8.3)
Das Mitglied stimmt einer dauerhaften Kameraüberwachung durch FitnessKing zur Sicherheits­erhöhung zu."

Das LG Koblenz hat beide Regelungen als zu unseitig und benachteiligend für den Kunden eingestuft.

Die Formulierung "Überwachung von Teilbereichen" ermögliche dem Fitness-Studio einen zu großen Handlungs- und Beurteilungsspielraum. Dadurch bestehe die Gefahr ungerechtfertigter Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht der Mitglieder, weil nicht hinreichend konkretisiert werde, welche Bereiche von den Eingriffen betroffen seien.

Auch die Speicherung der Daten benachteilige die Kunden unangemessen, da auch hier
der Zweck und der Umfang nicht ausreichend konkretisiert werde und somit eine Speiche­rung der Daten weit über das erforderliche Maß erfolge.

Rechts-News durch­suchen

10. Juni 2026
Online-Händler dürfen die Auswahl von "Herr" oder "Frau" nicht verlangen, wenn diese Information für die Vertragsabwicklung nicht zwingend benötigt…
ganzen Text lesen
10. Juni 2026
Deutsche Wohnen muss wegen DSGVO-Verstößen nur 0,9 statt 14,5 Millionen Euro Bußgeld zahlen.
ganzen Text lesen
29. Mai 2026
Käufer bleiben auf dem Schaden sitzen, wenn sie eine manipulierte Rechnung bezahlen. Eine einfache Transportverschlüsselung reicht für die Übersendung…
ganzen Text lesen
25. Mai 2026
Eine Online-Bewertungsplattform muss Nutzerdaten herausgeben, wenn Bewertung dem Arbeitgeber wahrheitswidrig Mindestlohnverstöße vorwirft.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen