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Kritischer Blog über Bild-Zeitung

Seit knapp 3 Monaten gibt es bildblog.de. Es handelt sich hierbei um einen losen Zusammenschluss von mehreren (anonymen) Journalisten, die täglich die unzutreffenden Angaben in dem bekannten Medienmagazin aufarbeiten.

Der Blog ist außerordentlich lesenswert und lehrreich, quasi eine postmoderne Variante von Wallraffs "Der Aufmacher".

Neben der gesellschaftlichen Komponente, die dieser Blog zweifelsohne hat, sind vor allem die aufgeworfenen rechtlichen Fragen außerordentlich interessant.

Dies fängt schon beim Namen des Blogs an, von dem manche behaupten, er verletze die Marken- und Namensrechte des Millionenblattes. Dazu ist zu sagen, dass erst jüngst eine ganze Reihe von Entscheidungen ergangen sind, wo in vergleichbaren Fällen ein Unterlassungsanspruch mangels kennzeichenmäßigem Gebrauch abgelehnt wurde, vgl. dazu den Aufsatz von RA Dr. Bahr.

Ohnehin stellt sich die Frage, ob die Blogger überhaupt im geschäftlichen Verkehr handeln und damit das MarkenG evtl. keine Anwendung findet, da die Blogger ausschließlich journalistisch aktiv sind. Somit bestünden gute Chancen im Falle einer domainrechtlichen Auseinandersetzung für die Journalisten.

Der andere große Bereich ist der des Medienrechts. Die Auflistung der Inhalte zeigt immer wieder, dass das Boulevard-Blatt sachlich falsche Inhalte bringt.

Die einzelnen Betroffenen können sich häufig in der Praxis aber nur sehr begrenzt gegen solche Falschmeldungen wehren oder werden mit sehr geringen Schmerzensgeldbeträgen vor Gericht abgefunden.

Hervorzuheben ist es deswegen, dass erst vor kurzem Caroline von Monaco im Kampf gegen Paparazzi vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen beachtlichen Sieg errungen hat, vgl. die Kanzlei-Info v. 25.06.2004.

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