LG Köln: "ready-mades" nicht automatisch urheberrechtlich geschützt

24.04.2014

Das wiederkehrende Motiv eines Fotografen - sog. "ready-mades" (hier in Form einer roten Couch) - ist nicht automatisch urheberrechtlich geschützt (LG Köln, Urt. v. 12.12.2013 - Az.: 14 O 613/12).

Der Kläger ist seit vielen Jahzehnten Fotograf. Seit 1979 nehmen Arbeiten einen wichtigen Platz ein, bei denen Personen unterschiedlicher Herkunft auf oder mit einer roten Couch in ungewöhnlicher Umgebung fotografiert oder gefilmt und zu ihrer Lebenseinstellung befragt werden. Dabei handelt es sich nicht stets um die gleiche Couch, sondern um verschiedene Modelle einer roten Couch.  Der Kläger benutzte das Motiv der roten Couch für eine Vielzahl weiterer Auftragsarbeiten und lizenzierte es zu Beginn der 1990er Jahre sowohl für die Werbekampagne einer Altbier-Brauerei als auch für eine Sendereihe von Fernsehmagazinen.

Die Beklagte verwendete für eine Werbekamagne umfangreich eine blaue Couch als Leitmotiv.

Der Kläger sah hierin eine Verletzung seiner Urheberrechte. Er berief sich dabei vor allem auf das von ihm verwendete Motiv seiner routen Couch.

Das LG Köln entschied nur teilweise für den Kläger.

Bei dem wiederkehrenden Motivs der roten Couch handle es sich um sogenannte "ready-mades". Bei "ready-mades" sei der Urheberrechtsschutz jedoch nicht automatisch gegeben, da die Auswahl des Gegenstandes für sich alleine genommen noch keine persönliche geistige Schöpfung UrhG darstelle. Die bloße Präsentation eines Gegenstandes als Kunstwerk führe nicht zum Urheberrechtsschutz.

Die einzelnen Fotografien stellten jeweils in sich abgeschlossene Einzelstücke dar, die für sich stehen können, ohne einen unmittelbaren Bezug zueinander zu haben. Die rote Couch sei tatsächlich das einzige verbindende Element. Dieses fotografische Gesamtschaffen könnten daher auch nicht etwa mit einer Kunstaktion, Performance oder Installation in ihren Einzelbestandteilen gleichgesetzt werden. Maßgebend sei der kreative Gedanke, durch Versetzen eines Alltagsgegenstandes – hier einer Wohnzimmercouch – in eine auf den ersten Blick unwohnlich anmutende Umgebung in Verbindung mit den jeweils abgebildeten Menschen dennoch ein Gefühl des „zu Hause-Seins“ zu evozieren oder die Couch kontrastiv in eine Landschaft zu stellen.

Die einzelnen Fotografien/Bilder stellen jeweils in sich abgeschlossene Einzelstücke dar, die für sich stehen können, ohne einen unmittelbaren Bezug zueinander zu haben. Die rote Couch ist tatsächlich das einzige verbindende Element. Dieses fotografische Gesamtschaffen kann daher auch nicht etwa mit einer Kunstaktion, Performance oder Installation in ihren Einzelbestandteilen gleichgesetzt werden. Maßgebend ist der kreative Gedanke, durch Versetzen eines Alltagsgegenstandes – hier einer Wohnzimmercouch – in eine auf den ersten Blick unwohnlich anmutende Umgebung in Verbindung mit den jeweils abgebildeten Menschen dennoch ein Gefühl des „zu Hause-Seins“ zu evozieren oder die Couch kontrastiv in eine Landschaft zu stellen.

Diese gestalterische Grundidee sei jedoch keinem Sonderrechtsschutz zugänglich, sondern nur ihre konkrete gestalterische Umsetzung in den jeweiligen Einzelbildern.