AG Bielefeld: Verbraucher kann irrtümliche Online-Bestellung anfechten

16.05.2019

Gibt ein Verbraucher eine Online-Bestellung ab, irrt sich aber über bestimmte Details der begehrten Leistung, kann er den Vertragsschluss anfechten (AG Bielefeld, Urt. v. 26.03.2019 - Az.: 404 C 133/18).

Der Beklagte bestellte über das Online-Buchungsportal X ein Hotelzimmer zu einem Preis iHv. 1.905,14 EUR. Die klägerische Firma erhielt von der Plattform X die Bestellung und bestätigte diesen zu einem leicht abweichenden Preis von 1.906,- EUR.

Kurze Zeit später fiel dem Beklagten auf, dass die Bestellung ein gemeinschaftliches Einzelzimmer betraf. Er hatte jedoch zwei Einzelzimmer bestellen wollen. Er schrieb daher die Klägerin an und bat um Korrektur der Bestellung. Diese weigerte sich und beharrte auf Vertragserfüllung. Daraufhin erklärte der Beklagte den Rücktritt vom Vertrag.

Die Klägerin wollte nun die Bezahlung der angefallenen Rechnung.

Das AG Bielefeld wies die Klage ab.

Zum einen fehle es bereits an einem Vertragsschluss. Denn auch wenn der Bestellpreis nur 86 Cent und somit unerheblich abweiche, fehle es an einer übereinstimmenden Willenserklärung. Die Parteien seien sich nicht über den Preis einig gewesen, sodass der Kontrakt nicht geschlossen worden sei.

Darüber hinaus habe der Beklagte den Vertrag auch mangels Irrtums wirksam angefochten. Denn er sei bei Abgabe seiner Bestellung fehlerhaft davon ausgegangen, dass seine Bestellung sich auf zwei Einzelzimmer beziehe, was aber objektiv nicht der Fall ist.