Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

OLG Jena: Fehlende Ernsthaftigkeit von Unterlassungserklärung bei völlig unbestimmter Vertragsstrafe

Beschränkt ein Unterlassungsschuldner seine umformulierte Unterlassungserklärung darauf, bei Zuwiderhandlung "eine Vertragsstrafe" zu zahlen, so ist von einer fehlenden Ernsthaftigkeit der Unterlassungserklärung auszugehen. Die Wiederholungsgefahr wird durch diese völlig unbestimmte Vertragsstrafe nicht ausgeräumt <link http: www.online-und-recht.de urteile voellig-unbestimmte-vertragsstrafe-laesst-wiederholungsgefahr-nicht-entfallen-2-w-343-11-oberlandesgericht-jena-20110720.html _blank external-link-new-window>(OLG Jena, Beschl. v. 20.07.2011 - Az.: 2 W 343/11).

Der Kläger mahnte den Beklagten aufgrund eines Wettbewerbsverstoßes ab. Der Beklagte lehnte die Unterlassungserklärung des Klägers ab und übersandte diesem eine, in der er sich bei Zuwiderhandlung verpflichtete, "eine Vertragsstrafe" zu zahlen. Weitere Angaben hierzu fanden sich nicht.

Der Kläger ging daraufhin vor Gericht und gewann. 

Die abgegebene Unterlassungserklärung sei nicht ausreichend gewesen, um die Wiederholungsgefahr auszuschließen. 

Zwar sei es nicht erforderlich, dass der Abgemahnte die vom Abmahner vorformulierte Unterlassungserklärung unterschreibe. Er könne auch eine eigenständige Erklärung abgeben.

Damit die Wiederholungsgefahr ausgeschlossen sei, müsse die Verpflichtung jedoch  strafbewehrt sein, d.h. im Falle der Zuwiderhandlung entsprechende Sanktionen nach sich ziehen.

Daran scheitere die im vorliegenden Fall abgegebene Unterlassungserklärung. Es reiche nicht einfach aus, irgendeine Vertragsstrafe zu zahlen, sondern die Höhe müsse näher angeben oder zumindest bestimmbar seien. Dies sei hier nicht gegeben.

Rechts-News durch­suchen

29. September 2026
Wer ein Auto online kauft, kann den Vertrag nicht wegen eines falsch beschrifteten Online-Bestellbuttons rückabwickeln.
ganzen Text lesen
28. September 2026
Wer in vergleichender Werbung ein Testergebnis mit einem klar lesbaren Sternchenhinweis belegt, muss keine Irreführung befürchten, selbst wenn das…
ganzen Text lesen
25. September 2026
Wer die Ergebnisse von Stiftung Warentest mit Affiliate-Links verknüpft, nutzt die bekannte Marke zu Werbezwecken aus und muss mit Unterlassungs- und…
ganzen Text lesen
22. September 2026
Wer Fake-Profile mit fremden Marken und Gesichtern duldet (sog. Scam-Ads), haftet, wenn er trotz Kenntnis nicht schnell genug reagiert.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen