Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

VG Berlin: Hausverlosung auch in Berlin nicht erlaubt

Das VG Berlin <link http: www.gluecksspiel-und-recht.de urteile hausverlosungen-verlosung-gaststaetten-inventar-auch-in-berlin-verboten-vg-4-l-274-09-verwaltungsgericht-berlin-20090817.html _blank external-link-new-window>(Beschl. v. 17.08.2009 - Az.: VG 4 L 274.09) hat entschieden, dass Hausverlosungen (hier: Verlosung eines Gaststätten-Inventars) rechtlich nicht erlaubt sind.

Ein Gaststätten-Inhaber bewarb auf seiner Internet-Seite ein Gewinnspiel. Als Preis lobte er seine Gaststätte samt Inventar im Wert von 200.000,- EUR aus. Interessenten sollten einen Gewinnspielschein für 9,99 EUR erwerben. Für den Fall, dass sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehrerer Monate mindestens 10.000 Teilnehmer fanden, sollte der Gewinner durch ein Geschicklichkeits-Spiel im Internet ermittelt werden. Anderenfalls sollte das Gewinnspiel nicht stattfinden und 4,- EUR pro Teilnehmer erstattet werden. Der Differenzbetrag werde in dem Fall als Bearbeitungsgebühr einbehalten.

Das zuständige Berliner Bezirksamts untersagte dem Gaststätten-Inhaber vor Ablauf des Gewinnspiel-Zeitraums die weitere Durchführung des Spiels. Es sah hierin die unerlaubte gewerbsmäßige Veranstaltung eines anderen Spieles mit Gewinnmöglichkeit und drohte ein Zwangsgeld an.

Der Gaststätten-Inhaber legte Widerspruch ein und beantragte im gerichtlichen Eilverfahren, die aufschiebende Wirkung seines Widerspruchs wiederherzustellen. Er war der Ansicht, sein Gewinnspiel sei ein einmaliges Spiel, er handele daher nicht gewerbsmäßig. Praktisch sei es eine andere Form, sein Inventar zu verkaufen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Verkauf werde der Kaufpreis nicht von einem einzelnen Käufer, sondern von einer Vielzahl von Gewinnspiel-Teilnehmern erbracht.

Das Berliner Verwaltungsgericht gab dem Bezirksamt Recht und wertete das Verbot als rechtmäßig.

Nach Ansicht des Gerichts sei das Spiel des Gaststätten-Inhabers als gewerblich einzustufen. Es sei nicht auf den einmaligen Gewinn des Gaststätten-Inventars abzustellen, sondern darauf, dass der Gaststätten-Inhaber über mehrere Monate hinweg darauf ziele, mindestens 10.000 Gewinnspielscheine zu verkaufen. Zudem spreche der Umstand, dass bei Nichtzustandekommen der angestrebten Teilnehmerzahl der Großteil der bisher erzielten Einnahmen beim Gaststätten-Inhaber verbleiben solle, für eine gewinnorientierte und damit gewerbsmäßige Tätigkeit.

Ein derartiges Gewinnspiel mit einer Ware als Gewinn sei jedoch nur in beschränkten Gewerbezweigen zulässig, z.B. auf Volksfesten, Jahrmärkten und in Gaststätten- und Beherbergungsbetrieben. Das vorliegende Gewinnspiel werde dagegen im Internet angeboten und sei daher unzulässig.

Rechts-News durch­suchen

29. September 2026
Wer ein Auto online kauft, kann den Vertrag nicht wegen eines falsch beschrifteten Online-Bestellbuttons rückabwickeln.
ganzen Text lesen
28. September 2026
Wer in vergleichender Werbung ein Testergebnis mit einem klar lesbaren Sternchenhinweis belegt, muss keine Irreführung befürchten, selbst wenn das…
ganzen Text lesen
25. September 2026
Wer die Ergebnisse von Stiftung Warentest mit Affiliate-Links verknüpft, nutzt die bekannte Marke zu Werbezwecken aus und muss mit Unterlassungs- und…
ganzen Text lesen
22. September 2026
Wer Fake-Profile mit fremden Marken und Gesichtern duldet (sog. Scam-Ads), haftet, wenn er trotz Kenntnis nicht schnell genug reagiert.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen