Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

LG Frankfurt a.M.: Online-Werbung "medical beauty lounge" und "medizinische Therape" eines Kosmetik-Studios irreführend

Die Online-Werbung eines Kosmetik-Studios mit Aussagen wie  "medical beauty lounge" und "medizinische Therapie"  ist irreführend und damit wettbewerbswidrig (LG Frankfurt a.M., Urt. v. 28.05.2019 - Az.: 3-06 O 102/18).

Das verklagte Kosmetik-Studio benutzte im Rahmen seiner Werbung Begriffe wie

"medical beauty lounge"

und 

"medizinische Therapie" 

und

"Medizinkosmetikerinnen".

Betreiber war ein zugelassener Arzt, der neben dem Studio eine Privatarztpraxis unterhielt.

Das Frankfurter Gericht stufte die Werbeaussagen als irreführend ein. Denn es werde der Eindruck erweckt, dass in dem Beautysalon medizinische Leistungen erbracht würden, was objektiv nicht der Fall sei. Denn derartige Aktivitäten dürften nur von Ärzten oder Heilpraktikern durchgeführt werden. 

Daran ändere auch nichts der Umstand, dass der Inhaber zugelassener Arzt sei. Denn es gehe nicht um medizinische Leistungen,  die er in seiner Arzt-Praxis erbringe, sondern um solche, die in seinem Kosmetikinstitut stattfinden würden. 

Diese Ausführungen würden auch für den Begriff "Medizinkosmetikerinnen"  gelten.

Der Verbraucher erwarte nämlich bei diesem Begriff, dass es sich um Personen handle, die über kosmetische Anwendungen hinaus medizinische Leistungen erbringen dürften, was aber nicht der Fall sei. Selbst wenn diese eine medizinische Zusatzqualifikation haben sollten, dürften sie keine heilkundlichen Leistungen erbringen.

Rechts-News durch­suchen

29. September 2026
Wer ein Auto online kauft, kann den Vertrag nicht wegen eines falsch beschrifteten Online-Bestellbuttons rückabwickeln.
ganzen Text lesen
28. September 2026
Wer in vergleichender Werbung ein Testergebnis mit einem klar lesbaren Sternchenhinweis belegt, muss keine Irreführung befürchten, selbst wenn das…
ganzen Text lesen
25. September 2026
Wer die Ergebnisse von Stiftung Warentest mit Affiliate-Links verknüpft, nutzt die bekannte Marke zu Werbezwecken aus und muss mit Unterlassungs- und…
ganzen Text lesen
22. September 2026
Wer Fake-Profile mit fremden Marken und Gesichtern duldet (sog. Scam-Ads), haftet, wenn er trotz Kenntnis nicht schnell genug reagiert.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen