Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

LG Hamburg: Irreführende Werbung mit "SMS-Flatrate"

Es ist irreführend mit der Aussage "SMS-Flatrate" zu werben, wenn für den Versand von SMS ins Ausland gesonderte Entgelte anfallen (LG Hamburg, Urt. v.04.10.2012 - Az.: 327 O 169/12).

Die Parteien, zwei Telekommunikations-Anbieter, stritten über die Werbung der Beklagten. Diese erklärte in der Werbung:

„SMS- und Internet-Flat. Für nur 14,95 EUR/Monat unbegrenzt surfen und SMS verschicken!“

und

"Jetzt mit echter SMS-Flat und Internet inklusive“

Versandte der Kunde bei diesem Tarif SMS ins Ausland, fielen gesonderte Entgelte an, die nicht von der Flatrate abgedeckt waren.

Die Hamburger Richter stuften die Werbung als irreführend und somit als wettbewerbswidrig ein.

Bei dieser Form der Werbung erwarte der Verbraucher, dass er generell beim SMS-Versandkosten keine weiteren Kosten begleichen müsse. Die Behauptung der Beklagten, dass der Kunde die Werbeaussagen nur auf den nationalen Versand beziehe, sei abwegig.

Die grenzüberschreitende Nutzung sei im Zuge der Globalisierung inzwischen der Alltag, so dass der Kunde seine Erwartungen nicht auf den Raum der Bundesrepublik Deutschland begrenze. Zudem gebe es mittlerweile Dienste für die kostenlose Übermittlung von Kurznachrichten auch ins Ausland, etwa bei den Nutzern eines iPhones mit iOS 5, bei denen Kurznachrichten untereinander als sog. iMessages kostenlos verschickt werden könnten. Oder etwa über den populären Dienst von WhatsApp.

Rechts-News durch­suchen

20. Oktober 2026
Plattformbetreiber, die den Handel mit manipulierten Spielerkonten ermöglichen und dabei fremde Marken nutzen, haften für Urheberrechts- und…
ganzen Text lesen
19. Oktober 2026
Wer vorab Trinkgeld zahlt, muss es zurückfordern können, wenn die Bestellung bei einem Lieferdienst (hier: Lieferando) nicht ausgeführt wird.
ganzen Text lesen
19. Oktober 2026
§ 19 AGG zählt nicht zu den Verbraucherschutzgesetzen im Sinne des Unterlassungsklagengesetzes.
ganzen Text lesen
15. Oktober 2026
Wer eine Führerscheinausbildung als kostenlos bewirbt, aber anschließend versteckte Kosten auferlegt, wirbt irreführend und begeht einen…
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen