KG Berlin: Zulässiger Internet-Presseartikel über ein Gerichtsverfahren eines bekannten Anwalts

25.04.2010

Tritt ein bekannter Medienrechtsanwalt in eigener Sache vor Gericht auf, muss er hinnehmen, dass er namentlich in einem Online-Artikel erwähnt wird (KG Berlin, Urteil v. 18.03.2010 - Az.: 10 U 139/09).

Der Kläger, ein bekannter Medienrechtsanwalt, trat in eigener Sache vor Gericht auf. Die Beklagten berichteten über diesen Prozess und erwähnten den Kläger auch namentlich.

Hierdurch sah sich der Advokat in seinem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt und klagte.

Das KG Berlin wies die Klage ab.

Zwar stehe jedem einzelnen Bürger das Recht zu, selbst darüber zu entscheiden, ob und wie in der Öffentlichkeit erwähnt werde. Dieses Recht gehe jedoch nicht soweit, dass der Betroffene gegenüber kritischen Presseartikeln völlig abgeschirmt werde.

Vielmehr müsse er hinnehmen, bei rechtlichen Auseinandersetzungen, die vor Gericht in der Öffentlichkeit ausgetragen würden, namentlich genannt zu werden. Die Öffentlichkeit habe ein legitimes Interesse daran zu erfahren, um wen es gehe.