Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

LG Bochum: Irreführende Werbung eines Online-Shops mit Werbeaussage "nachhaltig & regional"

Ein Online-Shop darf nur dann mit "nachhaltig & regional" werben, wenn er klar erklärt, was diese Begriffe konkret bedeuten.

Ein Online-Shop darf nur dann mit der Aussage "nachhaltig & regional" werben, wenn hinreichend deutlich wird, was genau damit gemeint ist (LG Bochum, Urt. v. 16.12.2025 - Az.: 19 O 24/25).

Die Beklagte verkaufte über ihre Website wiederaufbereitete Mobilgeräte. Dabei verwendete auf ihrer Internetseite den Slogan: 

"Nachhaltig & regional Du unterstützt die Kreislaufwirtschaft & wir tun alles, um in unseren Prozessen so nachhaltig wie möglich zu sein. Alles vor Ort in N(…)!“. 

Das LG Bochum stufte diese Aussage als wettbewerbswidrig ein, da nicht hinreichend klar werde, was damit genau gemeint sei.

Umweltbezogene Begriffe müssten klar und eindeutig definiert werden. Hier fehle jedoch eine konkrete Erläuterung, was genau nachhaltig und regional sei. Die erforderlichen Erläuterungen hätten in der Werbung selbst stehen müssen.

"Das Begriffspaar „Nachhaltig & regional“ ist umweltbezogenen, weil mit nachhaltig die Schonung von Ressourcen gemeint ist und mit regional etwa die Vermeidung von langen Transportwegen verbunden wird. Was aber hier mit der Kombination beider Begriffe gemeint ist, was konkret nachhaltig und gleichzeitig regional an den Leistungen der Beklagten ist, wird nicht erklärt. Es bleibt auch bereits deshalb unklar und fraglich, weil sich die Beklagte mit ihrem Internetauftritt ersichtlich an bundesweite Kunden richtet und damit offensichtlich diese auch bundesweit beliefert.

Die somit erforderlichen Erläuterungen fehlen jedenfalls bei dieser Werbung. Diese daher irreführende Werbung ist auch wiederum geeignet, umweltbewusste Verbraucher anzusprechen und dazu zu veranlassen, sich mit den Angeboten der Beklagten zumindest auseinanderzusetzen, was sie ohne die Werbeaussagen der Beklagten nicht getan hätten."

Rechts-News durch­suchen

14. Juli 2026
Wer die Pflichtvorgaben der General Product Safety Regulation (GPRS) nicht einhält, handelt wettbewerbswidrig.
ganzen Text lesen
09. Juli 2026
Hinweise wie „Stark nachgefragt" und „Überleg nicht zu lange" sind auf Online-Reiseportalen erlaubt, denn sie drängen Nutzer nicht in unzulässiger…
ganzen Text lesen
08. Juli 2026
Wer Spirituosen mit Holzspänen veredelt statt sie in Holz-Fässern reifen zu lassen, darf sie nicht als Whisky oder Single Malt vermarkten.
ganzen Text lesen
06. Juli 2026
Wer auf Amazon nach einem Produktwechsel weiterhin alte Kundenbewertungen für das neue Angebot nutzt, betreibt irreführende Werbung und muss dies…
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen