Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Wettbewerbsrecht

BGH: Nach Wechsel zu anderem Unternehmen kann Telefonwerbung zulässig sein

Wechselt ein Mitarbeiter zu einem anderen Unternehmen und informiert seine vorherigen Kunden über diesen Unternehmenswechsel, so ist darin nicht zwingend ein Wettbewerbsverstoß zu sehen. Dies gilt immer dann, wenn der Anrufer eine mutmaßliche Einwilligung annehmen darf, weil aufgrund konkreter Umstände ein sachliches Interesse an der Telefonwerbung vermutet wird <link http: www.online-und-recht.de urteile nicht-zwingend-wettbewerbsverstoss-bei-telefonwerbung-nach-unternehmenswechsel-i-zr-27-08-bundesgerichtshof--20100311.html _blank external-link-new-window>(BGH, Urt. v. 11.03.2010 - Az.: I ZR 27/08).

Der Beklagte war ehemaliger Mitarbeiter des klägerischen Unternehmens und wechselte schließlich zur Konkurrenz. Um seine ehemaligen Kunden über den Wechsel zu informieren, schrieb er diese per E-Mail an und kontaktierte sie auch telefonisch.

Die Klägerin sah hierin einen Wettbewerbsverstoß.

Die BGH-Richter teilten diese Ansicht nicht und verneinten eine Rechtsverletzung.

Ein Wettbewerbsverstoß sei nicht anzunehmen, wenn der Absender von einer mutmaßlichen Einwilligung des Empfängers ausgehen dürfe. Dies sei immer dann der Fall, wenn anzunehmen sei, dass aufgrund konkreter Umstände ein sachliches Interesse an der Nachricht bestehe.

Dies sei im vorliegenden Fall zu bejahen. Der Beklagte habe von einem solchen sachlichen Interesse ausgehen dürfen, da es für die Kunden durchaus interessiert und wichtig sei, wenn ein langjähriger und für sie verantwortlicher Vertriebsmitarbeiter das Unternehmen wechsle.  

Rechts-News durch­suchen

02. November 2026
Wenn Händler ihre Kunden bei Mängeln pauschal an den Hersteller verweisen, täuschen sie diese über ihre Gewährleistungsrechte und handeln…
ganzen Text lesen
02. November 2026
Gemäß der EU-Produktsicherheitsverordnung müssen auch bei der Online-Bewerbung von Biozidprodukten die Anschrift und die E-Mail-Adresse des…
ganzen Text lesen
30. Oktober 2026
Das Bundesgesundheitsministerium darf sein Onlineportal gesund.bund.de weiter betreiben, obwohl ein privater Verlag Unterlassung forderte.
ganzen Text lesen
29. Oktober 2026
Wer kostenlose ärztliche Beratung im Zusammenhang mit Adipositasbehandlungen bewirbt, verstößt gegen das Heilmittelwerbegesetz.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen