OLG Koblenz: Werbung für Lotto-Angebot darf nicht blickfangmäßig gestaltet sein

06.03.2009

Das OLG Koblenz (Beschl. v. 16.10.2008 - Az.: 4 W 529/08) hat noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass die Werbung für Lotterie-Produkte nicht blickfangmäßig gestaltet sein darf.

Die Beklagte bot u.a. das Zahlenlotto 6 aus 49 an. Auf ihrer Internetseite warb sie für das Lottoangebot, indem sie in der Kopfleiste ein lachendes älteres Paar abbildete und darunter, in einem gesondert hervorgehobenem Kasten, die Höhe der Jackpotsumme. Der Kasten war farblich unterlegt und rot umrandet. Die Wörter "Jackpot am Samstag" sowie die betreffende Zahl waren fett gedruckt und überstiegen in ihrer Schriftgröße den restlichen Fließtext der Webseite.

Die sahen die Koblenzer Richter als unzulässige Aufforderung zur Teilnahme an.

Der blickfangmäßige Hinweis auf den Jackpot sei eindeutig als Werbung einzustufen. Durch die Nutzung der Farbe Rot, der eine Signalwirkung zugesprochen werden müsse, werde die Aufmerksamkeit des Nutzers auf den Gewinn gelenkt. Unterstützt werde dieser Effekt durch die groß gestalteten, fett gedruckten Worte.

Durch die Abbildung des lachenden älteren Paares werde dem Betrachter der Eindruck vermittelt, dass das Paar nach dem Lottogewinn seinen nunmehr abgesicherten Lebensabend genieße. Auch dadurch werde der Verbraucher gezielt ermuntert, an dem Glücksspiel teilzunehmen.

Mit dieser Art und Weise der Aufmachung der Werbung gehe die Beklagte über eine rein informative oder bloß optisch angenehme Gestaltung eines Internetauftritts hinaus.