LG Hamburg: Pressebericht über "Sex-Schwein" mit Nacktfotos kann Schadensersatz auslösen

06.10.2010

Die Presseberichterstattung über eine Person, welcher der Vorwurf sexuellen Missbrauchs von Kindern gemacht wird, ist rechtswidrig, wenn Nacktfotos dieser Person veröffentlicht werden und sich in dem Zeitungsartikel Formulierungen wie "Sex-Schwein" und "Sex-Monster" wiederfinden (LG Hamburg, Urt. v. 28.05.2009 - Az.: 324 O 733/09).

Die beklagte Zeitung veröffentlichte Nacktfotos des Klägers, welche in Thailand aufgenommen wurden und den Kläger im Bett mit zwei Jungen zeigte. Gegen den Kläger wurde bereits wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Im Rahmen dieser Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Jungen möglicherweise doch nicht minderjährig waren. Daher wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.

In dem Zeitungsartikel wurden auch Formulierungen wie "Sex-Schwein" und "Sex-Monster" verwendet.

Die Hamburger Richter stuften den Bericht als rechtswidrig ein.

Die Bildveröffentlichung, die den Kläger vollständig entkleidet auf dem Bett zeige, verletze das Recht des Klägers am eigenen Bild. Es bestehe im Rahmen einer Gesamtgüterabwägung kein öffentliches Interesse, nackt abgebildet zu werden. Schließlich handle es sich bei der in Rede stehenden Veröffentlichung um die umfassend geschützte Intimsphäre des Klägers.

Auch die Worte wie "Sex-Schwein" und "Sex-Monster" seien unsachlich und ungerechtfertigt und verletzten die Rechte des Klägers.