LG Berlin: Ryanair muss auf Webseite Gebühr für Währungsumrechnung transparent angeben

11.11.2020

Die Fluglinie Ryanair  muss auf ihrer Webseite etwaige Gebühr für eine Währungsumrechnung transparent angeben (LG Berlin, Urt. v. 01.10.2020 - Az.: 91 O 101/18).

Bestellte ein Verbraucher über die Webseite von Ryanair  Tickets, wurden die Preise zunächst in Britischen Pfund (GBD) ausgewiesen. Gab der User dann eine deutsche Kreditkarte als Zahlungsmittel an, erfolgte die Umrechnung automatisch in EUR.

Dabei erhob das Unternehmen auch eine entsprechende Gebühr für die Umrechnung. Darauf wies Ryanair  jedoch nicht transparent hin, sondern zeigte lediglich den Endpreis an. Nur über einen klickbaren Link erfuhr der User, dass hier eine Umrechnung stattfindet und ein zusätzliches Entgelt erhoben wurde.

Das LG Berlin stufte dies als wettbewerbswidrig ein.

"Art. 23 verpflichtet die Beklagte, den zu zahlenden Endpreis stets auszuweisen, wobei dieser neben dem reinen Flugpreis alle anwendbaren Steu­ern und Gebühren, Zuschläge und Entgelte, die unvermeidbar zum Zeitpunkt der Veröffentli­chung bereits vorhersehbar sind, einschließen muss.

Gegen diese Verpflichtung hat die Beklag­te verstoßen, weil sie im Rahmen des Buchungsvorganges nach Eingabe einer deutschen Kre­ditkarte den zunächst in britischen Pfund mitgeteilten Gesamtpreis ohne hinreichenden Hinweis in Euro umgerechnet hat. Dadurch sind dem buchenden Verbraucher Zusatzkosten entstanden, ohne dass er darauf hinreichend deutlich hingewiesen wurde. Der insoweit vorhandene Hinweis der Beklagten erfolgte lediglich über einen der Aufmerksamkeit des durchschnittlichen Verbrau­chers nicht zugänglichen Link im Feld zu den Kreditkarten-Informationen."

Und weiter:

"Zum Vergleich ist zum Beispiel das Feld, um eine Spende wegen des ökologischen Fußabdruck des Fluges zu ma­chen, ungleich größer, farblich abgesetzt und damit auffälliger.

Dass dem Verbraucher Zusatz­kosten durch die Umrechnung entstanden sind, steht zur Überzeugung der Kammer trotz des Bestreitens durch den Beklagten aufgrund des unstreitigen Sachverhaltes fest. In den von der Be­klagten selbst eingereichten Screenshots zu dem Buchungsvorgang ist zu erkennen, dass der zunächst mit 22,98 GBD angegebene Preis dann auf 28,34 € umspringt (...).

Bei dem von der Klägerin eingereichten Buchungsvorgang war es ebenso. Die Beklagte hat aus Gründen, die sie zu vertreten hat, den Al­gorithmus, mit dem sie die zunächst in britischen Pfund angegebenen Preise in Euro um rech­net, nicht preisgegeben. Jedoch hat die Klägerin hinreichend substantiiert vorgetragen, dass der ärztliche Preis der Beklagten 'mmer über den von gängigen Währung umrechnen genannten Preisen liegt."