Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

AG München: Unzulässige Rechtsausübung bei Schadensersatzklage trotz niedrigem Reisepreis im Internet

In einem bereits etwas länger zurückliegenden, aber erst jetzt bekannt gewordenen Urteil hat das AG München <link http: www.online-und-recht.de urteile kein-schadensersatz-bei-ruecktritt-von-online-reise-bei-auffallend-niedrigem-gesamtpreis-163-c-6277-09-amtsgericht-muenchen-20091104.html _blank external-link-new-window>(Urt. v. 04.11.2009 - Az.: 163 C 6277/09) entschieden, dass ein Verbraucher keinen Schadensersatzanspruch hat, wenn bei einem fehlerhaften Internet-Preis die Falschausweisung offensichtlich ist.

Die Kläger bestellten bei dem Beklagten online eine 10-tägige Urlaubsreise nach Dubai. Fälschlicherweise war ein Preis von 630,- EUR angegeben, in Wahrheit kostete die Reise jedoch 5.000,- EUR. Der Beklagte verweigerte die Durchführung der Reise zu dem niedrigen Preis.

Die Kläger begehrten daraufhin Schadensersatz. Und blitzten vor dem AG München ab.

Die Kläger handelten gegen Treu und Glauben, wenn sie jetzt einen Ersatzanspruch einforderten. Es sei angesichts des krassen preislichen Missverhältnisses für jedermann offensichtlich gewesen, dass hier ein Fehler vorliege müsse. Dass die Kläger gleichwohl einen Prozess anstrengten, sei rechtsmissbräuchlich.

Ähnlich entschied das OLG Koblenz <link http: www.online-und-recht.de urteile bestaetigt-kein-porsche-fuer-5-50-eur-bei-ebay-5-u-429-09-oberlandesgericht-koblenz-20090703.html _blank external-link-new-window>(Beschl. v. 03.07.2009 - Az.: 5 U 429/09). Danach ist es rechtsmissbräuchlich, wenn der Kläger bei eBay eine Auszeichnungsfehler ausnutze und einen PKW, dessen Wert bei 80.000,- EUR liege, zu einem Preis von 5,50 EUR herausverlange.


Rechts-News durch­suchen

23. Juli 2026
Wer Partnerkanäle auf seiner Online-Plattform prüft und an deren Werbeeinnahmen beteiligt ist, verliert den Schutz des EU-Haftungsprivilegs für…
ganzen Text lesen
22. Juli 2026
Wer durch eine versehentliche Datenweitergabe seiner Bank einen echten Nachteil erleidet, hat Anspruch auf immateriellen Schadensersatz nach der…
ganzen Text lesen
22. Juli 2026
Amazon durfte Werbung bei Prime Video einführen. Verbraucher haben keinen Anspruch auf Schadensersatz.
ganzen Text lesen
21. Juli 2026
Wer Kleidung im Online-Shop verkauft, muss die Materialzusammensetzung direkt auf der Bestellseite angeben. Ein bloßer Link genügt hierfür nicht.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen