Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

BGH: Zeitschrift darf über Praktiken eines Pornodarstellers berichten

Ein Pornodarsteller, der mit einer bekannten Schauspielerin liiert ist, wird durch eine Berichterstattung über seine Mitwirkung als Darsteller in kommerziell zu verwertenden Pornofilmen nicht in seinem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt, wenn er sich in dem Film dem Publikum ohne jede Einschränkung präsentiert und sein Gesicht erkennen lässt <link http: www.online-und-recht.de urteile keine-persoenlichkeitsrechtsverletzung-durch-berichterstattung-ueber-pornodarsteller-vi-zr-332-09-bundesgerichtshof--20111025.html _blank external-link-new-window>(BGH, Urt. v. 25.10.2011 - Az.: VI ZR 332/09).

Der Kläger hatte in mehreren Porno-Filmen mitgewirkt. Sein Bild war auf dem Cover für das entsprechende Filmmaterial abgebildet, sein Gesicht in den Filmen jeweils klar erkennbar. Nachdem der Kläger von einer bekannten Schauspielerin anlässlich der Verleihung des deutschen Filmpreises öffentlich als ihr neuer Lebenspartner vorgestellt worden war, berichtete die verklagte Zeitungsverlegerin unter voller Namensnennung über den Kläger:

"Und Fernsehstar …? Was mag sie gefühlt haben, als sie erfuhr, dass ihr neuer Freund … noch vor wenigen Monaten als Pornodarsteller brillierte - ohne Kondom natürlich. Kann es nach einem solchen Vertrauensbruch eine andere Lösung als Trennung geben?"

Der Kläger sah hierdurch sein Allgemeines Pesönlichkeitsrecht verletzt.

Der BGH teilte diese Ansicht nicht und wies die Klage ab.

Der Kläger sei in der Vergangenheit deutlich sichtbar in pornografischen Filmwerken aufgetreten. Sein Recht auf Privatsphäre müsse daher hinter das allgemeine Informationsinteresse zurücktreten. 

Rechts-News durch­suchen

25. Mai 2026
Die Presse erhält nur Auskunft über tatsächliche Gäste staatlicher Empfänge, nicht über Eingeladene oder Einladungsgründe.
ganzen Text lesen
24. April 2026
Der Rundfunkbeitrag bleibt verfassungsgemäß, weil das öffentlich-rechtliche Programm insgesamt vielfältig und ausgewogen genug ist.
ganzen Text lesen
24. April 2026
Die Witwe Helmut Kohls erhält teils Unterlassung gegen Buchpassagen, aber keine Auskunft oder Gewinnabschöpfung.
ganzen Text lesen
22. April 2026
Ein Medienunternehmen verletzte das Persönlichkeitsrecht eines Angeklagten, wenn trotz gerichtlicher Anordnung sein Gesicht und seinen Namen zeigt.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen