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Arbeit zu Multiplayer-Online-Games

Jan Schob hat seine Bachelor-Arbeit "Strukturen und Motivation von Online-Spielgemeinschaften" online gestellt. Die Arbeit ist unter http://gamers-survey.aldafea.de/studie abrufbar.

Das Werk teilt sich in vier große Bereiche. Schob erklärt zunächst die Art und Weise seiner Bestands- und Faktenaufnahme (Kapitel 1), um dann die Spielekonzepte zu erklären (Kapitel 2) und schließlich auf die technologischen Grundlagen einzugehen (Kapitel 3).

Schon hier zeigt sich, dass es dem Autor außerordentlich gut gelingt, den interessierten Leser in die Welt der Multiplayer-Games einzuführen. So unterteilt er z.B. die Spiele-Welt in den Bereich der Ego-Shooters, der Real Time Strategy Games, Role Playing Games und der Massively Multiplayer Online Games. Neben der detailierten Darstellung bietet dieser Abschnitt auch eine zahlreiche Bebilderung, so dass der Leser, der diese Spiele evtl. nicht kennt, sich schnell selber ein Bild machen kann.

Kapitel 4 ("soziologische Aspekte") ist der interessanteste Teil der Arbeit. Hier erzielt Schob grundlugend neue Erkenntnisse. Wenig überraschend ist zunächst, dass fast 98% der Online-Spieler männlich sind und ein Durchschnittsalter von 21,3 Jahren haben.

Aufhorchen lässt dagegen die Frage nach dem politischen Wahlverhalten. Hier lassen sich zwei Dinge konstatieren. Erstens, eine klare Abneigung gegen die CDU/CSU, was Schob auf die öffentlichen Äußerungen zu angeblichen "Killer-Spielen" zurückführt. Zweitens, dass die sonstigen Größenverhältnisse annäherend gleich bleiben.

Auch den Punkt "Todesstrafe: Befürwortung bzw. Ablehnung" hat Schob untersucht. Hier manifestiert sich das Ergebnis, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen dem gespielten Game-Genre (z.B. Ego-Shooter) und der Befürwortung bzw. Ablehnung der Todesstrafe gibt.

Insgesamt ist die Arbeit eine außerordentlich lesenswerte Zusammenfassung der wichtigsten soziologischen Aspekte von Multiplayer-Games in Deutschland. Dem Autor ist zudem zu danken, dass er sein Werk kostenlos online gestellt hat.

Wer insgesamt zu diesem Thema weiterführende Literatur sucht, sollte unbedingt auch die Bücher von Rainer Fromm "Digital spielen - real morden?" (Rezension von RA Dr. Bahr findet sich hier) und Hartmut Gieselmann "Der virtuelle Krieg" (Rezension von RA Dr. Bahr findet sich hier.)

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