LG Essen: Fußballverein Schalke 04 darf Erwerbern von Internet-Tickets nicht Eintritt verwehren

11.06.2009

Der Fussballverein Schalke 04 darf Zweiterwerbern, die über eine Internet-Plattform Tickets gekauft haben, nicht den Zutritt zum Stadion verwehren, so das LG Essen (Urt. v. 26.03.2009 - Az.: 4 O 69/09).

Die Klägerin betrieb Online eine Verkaufsplattform, auf der auch Tickets des Fußball-Bundesligisten Schalke 04. zum Kauf und Verkauf angeboten wurden. Der Sport-Verein verweigerte den Online-Käufern dieser Tickets jedoch den Zutritt zum Stadion und berief sich dabei auf den Aufdruck auf den Karten:

"Die Karte verliert bei einem solchen Verkauf ihre Gültigkeit und berechtigt den Inhaber nicht mehr zum Besuch der Veranstaltung."

Dagegen ging die Klägerin im Wege des einstweiligen Verfügungsverfahrens vor.

Und bekam Recht. Schalke 04 dürfe keine solche Sperre aussprechen, sondern müsse vielmehr auch die Online-Käufer einlassen. Die Richter sahen in der Klausel eine gezielte Absatzbehinderung, die unzulässig sei.

Eine derartige Bestimmung benachteilige den Ersterwerber unangemessen und sei daher unwirksam.

Bereits 2006 hatte das AG Frankfurt (Urt. v. 20.04.2006 - Az. 31 C 3120/05-17) für Tickets der Fussball-WM geurteilt, dass das vom DFB und der FIFA vorgeschriebene Abtretungsverbot unwirksam ist.

Und erst Ende 2008 hat sich der BGH (Urt. v. 11.09.2008 - Az.: I ZR 74/06) ganz grundlegend zu der Möglichkeit des gewerblichen Weiterverkauf von Fussballkarten  geäußert. Siehe dazu auch unseren Podcast "Die Grundlagen-Entscheidung des BGH: Ist der Weiterverkauf von Fußballkarten rechtlich erlaubt?".