Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

OVG Hamburg: Videoaufnahmen von der Hamburger Reeperbahn nur begrenzt zulässig

Der Hauseingang eines Wohngebäudes auf der Hamburger Reeperbahn darf nicht mit Kameras videoüberwacht werden. Zwar dürfen öffentliche Plätze zur Bekämpfung von Kriminalität und Straftaten überwacht werden. Ein privater Hauseingang gehört nicht hierzu, so dass die Videoüberwachung das Allgemeine Persönlichkeitsrecht der Anwohner verletzt <link http: www.datenschutz.eu urteile keine-videoueberwachung-des-hauseingangs-von-reeperbahn-gebaeude-4-bf-276-07-oberverwaltungsgericht-hamburg-20100622.html _blank external-link-new-window>(OVG Hamburg, Urt. v. 22.06.2010 - Az.: 4 Bf 276/07).

Zur Bekämpfung und Prävention von Straftaten wurden im gesamten Bereich der Hamburger Reeperbahn in der Vergangenheit 12 Kameras aufgestellt, welche rund um die Uhr Videos aufzeichneten. Bei der Klägerin handelte es sich um die Anwohnerin eines Gebäudes an der Hamburger Reeperbahn. Ihre Wohnräume lagen zur Straße heraus und wurden von einer der Kameras gefilmt.

Die Richter gaben der Klägerin teilweise Recht.

Sie erklärten, dass das Hamburger Polizeigesetz eine vollständige Überwachung von öffentlichen Plätzen und Straßen vorsehe, um die Bevölkerung vor Kriminalität und Straftaten zu schützen. Der Polizei solle es hierdurch ermöglicht werden, die Verfolgung und Prävention von Straftaten durchzuführen. Nicht umfasst von dieser Regelung sei die Videoaufzeichnung von privaten Räumen und Wohnungen.

Da die Polizei aber habe darlegen können, dass eine Videoaufzeichnung der Räumlichkeiten der Klägerin nicht stattfinde, weil es technisch möglich sei, diesen Abschnitt zu schwärzen, so dass keine bildlich wahrnehmbare Aufnahme erfolge, habe die Klägerin auch keinen Anspruch, diesbezüglich die Sperrung zu verlangen.

Eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Klägerin liege aber vor, da der Hauseingang auch von der vollständigen Überwachung umfasst sei. Da sie den Bereich zwangsweise fast tagtäglich betreten müsse, sei sie der Gefahr ausgesetzt, dass Bewegungsprofile erstellt werden könnten und dokumentiert werde, wie sie ihr Leben gestalte. Dies müsse sie nicht hinnehmen.

Rechts-News durch­suchen

14. Januar 2026
Ein Hinweisschreiben der Datenschutzbehörde ohne rechtliche Verbindlichkeit ist kein Verwaltungsakt und daher nicht gerichtlich anfechtbar.
ganzen Text lesen
12. Januar 2026
Meta muss 750 EUR DSVVO Schadensersatz zahlen, weil es ohne Zustimmung personenbezogene Daten über Drittseiten mittels seiner Meta Business Tools…
ganzen Text lesen
12. Januar 2026
Auch Drittanbieter haften für das Setzen von Cookies ohne Einwilligung und können dafür auf Unterlassung und Schadensersatz verklagt werden.
ganzen Text lesen
07. Januar 2026
Beim Filmen mit Körperkameras bei Fahrkartenkontrollen müssen Fahrgäste sofort klar über die Datenerhebung informiert werden.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen