LG Karlsruhe: Online-Bewerbung von Grundpreis-Angaben

04.01.2016

Der Grundpreis für eine Ware muss auf derselben Internetseite dargestellt wird wie der Verkaufspreis (LG Karlsruhe, Urt. v. 23.12.2015 - Az.: 15 O 12/15 KfH).

Die verklagte Firma gab den Grundpreis nicht bereits auf der Einstiegsseite des Online-Shops an, sondern erst auf der jeweiligen Produkt-Unterseite.

Dies stuften die Karlsruher Richter als Wettbewerbsverletzung ein.

Zunächst stellen die Robenträger fest, dass sie erhebliche Zweifel hätten, dass die über die europarechtlichen Vorschriften hinausgehende Regelung in § 2 Abs. 1 Satz 1 PAngVO  noch anzuwenden sei. Gleichwohl müsse aufgrund Art. 4 Abs. 1 Satz 1 PreisangabenRL der Verkaufspreis und der Preis je Maßeinheit "unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar" angegeben werden.

Die Gestaltung eines Onlineshops müsse demnach einem "realen" Ladengeschäfts im Hinblick auf die Vergleichbarkeit von Preisen und Grundpreisen nahekommen. Dies bedeute nichts anderes, so die Richter, als dass der Grundpreis auf derselben Internetseite dargestellt werden müsse, auf der auch der Verkaufspreise genannt werde. Im vorliegenden Fall also bereits auf der Einstiegsseite des Webshops.