Kanzlei Dr. Bahr
Navigation
Kategorie: Onlinerecht

AG Berlin: Freigabe des Telefonanschlusses mittels einstweiliger Verfügung nur in Ausnahmefällen

Die Freigabe eines Telefonanschlusses kann nur ausnahmsweise im einstweiligen Verfügungsverfahren erwirkt werden, da andernfalls eine unzulässige Vorwegnahme der Hauptsache vorliegt <link http: www.online-und-recht.de urteile sofortige-freigabe-des-telefonanschlusses-nur-bei-gravierenden-nachteilen-8-c-158-09-amtsgericht-berlin-tiergarten-20091217.html _blank external-link-new-window>(AG Berlin-Tiergarten, Urt. v. 17.12.2009 - Az.: 8 C 158/09).

Die Klägerin wollte die Freigabe ihres Telefonanschluss von der Beklagten, einem Telekommunikations-Anbieter. Die Beklagte lehnte dies ab. Daraufhin erwirkte die Klägerin eine einstweilige Verfügung, gegen die das Unternehmen Rechtsmittel einlegte.

Das Berliner Amtsgericht hob die ursprünglich erlassene einstweilige Verfügung wieder auf.

Es handle sich um eine unzulässige Vorwegnahme der Hauptsache, wenn die Freigabe des Anschlusses bereits im Eilverfahren erfolge. Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen sei eine solche Vorwegnahme denkbar, z.B. wenn gravierende Nachteile drohten.

Im vorliegenden Fall sei eine solche Ausnahme-Konstellation nicht ersichtlich. Die Klägerin habe alternativ ihre Gespräche über ein Handy führen könnten. Zudem habe sie zunächst einige Monate gewartet, bevor sie sich an das Gericht wandte. Aus diesem Grunde fehle es auch an der Eilbedürftigkeit.

Die Frage, ob derartige Ansprüche im Rahmen des einstweiligen Verfügungsverfahrens durchsetzbar sind, sind in der Rechtsprechung umstritten. Das LG Stuttgart <link http: www.online-und-recht.de urteile telefon-blockierung-nur-im-hauptsacheverfahren-durchsetzbar-4-t-51-09-landgericht-stuttgart-20091221.html _blank external-link-new-window>(Beschl. v. 21.12.2009 - Az.: 4 T 51/09) verneint diese Frage, während das AG Bonn <link http: www.online-und-recht.de urteile rufnummernportierung-im-wege-der-einstweiligen-verfuegung-durchsetzbar-11-c-48-09-amtsgericht-bonn-20090302.html _blank external-link-new-window>(Beschl. v. 02.03.2009 - Az.: 111 C 48/09) diese bejaht.


Rechts-News durch­suchen

17. Juli 2026
Wer Schuhe unter einem bestimmten Markennamen bewirbt, aber ein anders gebrandetes Produkt liefert, handelt irreführend und muss dies unterlassen.
ganzen Text lesen
17. Juli 2026
Dopingsperren dürfen online veröffentlicht werden, wenn vorher eine individuelle Interessenabwägung stattfindet.
ganzen Text lesen
15. Juli 2026
Eine AGB-Klausel, die es dem Mobilfunkanbieter Telefónica Verträge mit einer Mindestlaufzeit jederzeit vorzeitig einseitig zu kündigen, benachteiligt…
ganzen Text lesen
15. Juli 2026
Wer Strafurteile gegen Geld online zugänglich macht, kann sich nicht auf die Pressefreiheit berufen, um die DSGVO zu umgehen.
ganzen Text lesen

Rechts-News durchsuchen