LG Trier: Für Makler-Anzeige gelten auch die EnEV-Vorschriften

19.09.2016

Die Anzeige eines Maklers muss die Pflichtangaben nach der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) beinhalten, andernfalls liegt ein abmahnbarer Rechtsverstoß vor (LG Trier, Urt. v.  25.08.2016 - Az.: 10 HK O 11/16).

Die verklagte Maklerin hatte eine Immobilienanzeige geschaltet, jedoch ohne Einhaltung der EnEV-Vorschriften.

Das Gericht bejahte eine Wettbewerbsverletzung.

Die Vorschriften der EnEV würden nicht nur für den Eigentümer gelten, sondern auch für den Verkäufer der Immobilie. Eine richtlinienkonforme Auslegung des § 16a EnEV führe dazu, dass die Verpflichtung grundsätzlich diejenige Person treffe, die für die Anzeige verantwortlich sei. Im vorliegenden Fall also die Maklerin.

Die Frage, ob § 16a EnEV auch für Makler gilt, ist derzeit sehr umstritten. Die Gerichte entscheiden hier bislang sehr unterschiedlich.

Für die Anwendbarkeit von § 16a EnEV auf Makler:

- LG Bayreuth (Urt. v. 28.04.2016 - Az.: 13 HK 57/15)
- LG München I (Urt. v. 16.11.2015 - Az.: 4 HK O 634/15)
- LG Tübingen (Urt. v. 19.10.2015 - Az.: 20 O 60/15)
- LG Tübingen (Urt. v. 01.02.2016 - Az.: 20 O 53/15)

Gegen die Anwendbarkeit von § 16a EnEV auf Makler:

- LG Bielefeld (Urt. v. 06.10.2015 - Az.: 12 O 60/15)
- LG Düsseldorf  (Urt. v. 08.10.2014 - Az.: 12 O 167/14)
- LG Gießen (Urt. v. 11.09.2015 - Az.: 8 O 7/15)
- LG München II (Urt. v. 29.10.2015 - Az.: 2 HK O 3089/15)